Das hochsensible Nähe-Pendel

Eine gedichtartige Beschreibung, über das Bedürfnis hochsensibler Menschen nach Nähe und Distanz und der Schwierigkeit in einer Beziehung damit umzugehen.

 

Ich brauch‘ die Ferne und die Nähe,

warum verstehst du das denn nicht?

  

Je mehr du mich zu dir ziehst, will ich in die Ferne.

Auch wenn ich weg bin, will ich einfach nur dich.

  

Das mag dir jetzt furchtbar verrückt erscheinen,

doch glaub mir, ich weiß ganz genau was ich tu.

  

Ich brauch meine Freiheit und auch deine Nähe,

schon schwierig, ich weiß, denn viel lernen musst du,

  

um damit klar zu kommen und dir dabei selbst zu begegnen,

denn was ich dir zeig, ist deine Angst vor Verlust,

Meine Distanz ist doch kein Grund, dass du dir Sorgen machen musst.

  

Es ist wie ein Pendel, mal hin und mal her,

hin zur Verschmelzung, dann wieder zurück, denn da ist noch wer.

  

Nämlich dein Ich und mein Ich, dass jeder für sich

seinen Weg geht, lebt und atmet und unweigerlich

weiß, dass es passt.

  

Denn da ist Vertrauen und eine innere Kraft,

die trotz Ferne eine fette Verbindung zwischen uns schafft.

  

Ich brauch diese Weite zu dir ganz bewusst,

damit ich mein Ich immer finde,

denn hier hab Ich Angst vor Verlust.

  

Um mit dir zu verschmelzen, einen Weg gemeinsam zu gehen,

darf ich mich nicht vergessen. Du musst das verstehen.

  

Es ist auch so wichtig, dass du Dein Ich erkennst,

es lebst und erlaubst dir zu fühlen, wofür du eigentlich brennst.

  

Ich bin für dich da, das ist ein Versprechen.

Doch bitte, lass uns niemals dieses Pendel zerbrechen.

  

PETRA KREJCI, 2017