PETRA'S BLOG

Mein Lebensflämmchen und ein Pferd

Was Tiere in Menschen erkennen

 

Nichts mehr da, keine Kraft, keine Freude, kein Antrieb, alles futsch.
Depression, eine Phase im Leben eines Menchen, die so viel Leere in dir hervorbringt, wie du es dir nie vorstellen konntest.

Du fühlst nichts, du fühlst dich nicht. Du schleppst deinen Körper wie einen schweren Sack herum und kannst nicht mehr denken, weder nach vor, noch zurück.

Kein Flackern, kein Leuchten, keine Energie und kein Antrieb, nichts. 

 

So ging es mir vor einigen Jahren. Ich war an einem Punkt angelangt, an dem ich nur noch existierte, mich leerer als leer fühlte und mir nichts mehr wünschte, als diesen Planeten zu verlassen, um die Möglichkeit zu bekommen, noch mal neu anzufangen. Neustart, Reset, aber nicht in diesem Leben, sondern in einem neuen, weiteren Leben, an das ich ganz fest glaube.

 

Irgendwie gelang es einer lieben Freundin, mich an etwas zu erinnern, was ich total gerne tat, was mir immer Kraft gab, mein Herz vor Freude zum Hüpfen brachte und ich mich dabei immer ganz und vollkommen fühlte: Ich musste auf's Pferd.

 

Es gelang mir auch und ich saß auf dieser wundervollen, mir sehr ans Herz gewachsenen Stute, ... wie ein alter Sack.

Ich war Passagier und ließ mich tragen. Mehr ging auch nicht. Keine Energie, nix da, alles verpufft. Egal, ... einfach genießen, Augen zu, fühlen.

 

Meine Trainierin, die wunderbar mit der Situation umging, lud mich ein, das Pferd anzutraben. Um anzutraben, muss man Energie im Körper aufnehmen. Toll! Ich spürte in mich hinein, fühlte ein klares NEIN und verweigerte. Geht nicht!

Ich meinte, es versucht zu haben, doch es gelang mir nicht. Logisch. Mein Nein war so stark und ich war felsenfest davon überzeugt, dass in mir nur noch die notwendigste Menge an Energie floss, um mich aufrecht zu halten.

 

Die Trainerin meinte, wir könnten es an der Longe versuchen. Ich willigte ein, war aber schon allein mit dem Gedanken daran total überfordert. 

So kam sie mit der Longe und als sie sich der Stute näherte, zeigte ihr diese klar und deutlich: Hau ab damit! Ich will das nicht.

Trotzdem, Longe ans Pferd und raus in den Zirkel mit ihr. Das Pferd zeigte wieder sehr vehement, dass sie damit absolut nicht einverstanden war.

Was tat ich währenddessen? Noch immer in der Rolle des Passagiers.
Beim Antreiben zum Trab durch die Trainerin, reichte es der Stute komplett und sie begann die Trainierin zu attackieren. Keine Sorge, es passierte nichts, aber ihre Körpersprache war total klar lesbar. NEIN!

Genau in diesem Augenblick schoss es wie ein Blitz in meinen Kopf: Dieses Pferd spürt mein Nein und ist der Meinung, dass ich das kann. Ich spürte in dieser Situation einen totale Verbundenheit mit diesem Tier.

Ich hatte dieses Gedanken noch nicht fertig bewusst erfasst, da meinte die Trainierin: Du ich glaube, dieses Pferd ist der Meinung, du kannst das.

Ach bitte nicht, lasst mich doch alle in Ruhe. Ist doch viel bequmer, mich herumtragen zu lassen und Energie zu sparen, wo doch eh keine mehr ist.

Ok, es musste wohl sein. Longe ab. Die Stute entspannte sich sofort und ging schwungvoll mit mir weiter. Sie wartete auf mein Zeichen, auf meinen Energieimpuls, das spürte ich ganz deutlich. Sie hatte ihre Ohren auf mich gerichtet und ihr Körper war bereit Schwung aufzunehmen. 
So, jetzt alles zusammensammeln was du noch an Energie in dir findest. Ist zwar nix mehr da, aber vielleicht spürt dieses Pferd noch etwas, was ich nicht mehr wahrnehme.

Und schon trabte dieses Pferd mit mir über den Platz. Ganz leicht, ganz locker, ganz freudig.

Und ich... ich war ihr so dankbar. Ich fühlte das Flämmchen des Lebens wieder in mir.

Oh wie schön, da war noch was. 


Das war der Anfang meiner Reise zu mir.

 

Dieses Pferd, hatte mir gezeigt, dass das kleine Flämmchen in mir, zu ganz viel fähig ist und wenn ich es will, eine wundervolle, große Flamme werden kann, die leuchtet und wärmt.

Und ich hab sie groß werden lassen.

TIERE nehmen unsere GEFÜHLE wahr. Sie schenken Dir das Vertrauen, dass Du Dir selbst nicht mehr schenkst.

TIERE zeigen Dir wieder den Weg zu Dir. 

Jedoch DU allein entscheidest, ob Du ihn gehen willst, oder nicht.

 

Danke Valetta, du wundervolles Pferd. 

 

Danke Angelika, dass du den Sack damals dahin geschliffen hast.

 

Danke Bibsi, für's nicht locker lassen und hinspüren.

 

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