Petra's BLOG

Vom Wollen und nicht Wollen

In meinen eselgestützten Settings habe ich hauptsächlich mit Menschen zu tun, die etwas verändern WOLLEN. Egal in welcher Situation sie gerade sind oder glauben festzustecken. Es reicht ihnen ganz einfach. Sie spüren, dass sie für sich etwas verändern müssen/sollten/dürfen. Ich liebe es so sehr, wenn Menschen ihre Lösungen für sich ganz alleine finden, offene Türen erkennen und merken, dass es ausschließlich an ihnen liegt, ob sich etwas verändern darf oder nicht.

 

Was ich  nicht mag, ganz ehrlich, sind die Herumraunzer und ewigen Ausreden-Sucher, warum was bei ihnen nie und nimmer funktionieren kann oder wird. Alle anderen daran schuld sind, dass es so ist wie es ist und niemand etwas ändern kann.
Diese Menschen fühlen sich ohnmächtig und eigentlich in ihrer Opferrolle ja garnicht so unwohl ;). Ausreden finden sie meist im Sekundentakt. Das ist ja auch ihre bekannte Komfortzone, aus der sie heraustreten müssten, wenn sie etwas verändern WOLLEN würden. (Ich bin kein Freund des Konkunktives ;))

 

Genau ! Das WOLLEN !!! 


Vielleicht fragt sich jetzt der eine oder der andere, warum ich ein Bild von einem Quartfahrer in einen BLOG für eselgestütztes Coaching packe.
Also erstens muss ich als stolze Mama verkünden: Das ist mein Sohnemann ! Die coole Socke !!! :)
Und zweitens können wir uns von Kindern eine ganz große Scheibe an Willenskraft abschneiden. Denn Kinder wissen sehr schnell was sie wollen, was sie brauchen und was ihnen gut tut. Sie haben meist nur ein Hindernis zu überwinden, das nichts mit ihrer Absicht zu tun hat: Erwachsene !!!
Doch wie wir alle Großgewachsenen wissen, haben die Kinder ganz schnell eine Taktik herausgefunden, wie sie uns meist dazu bringen können, das zu tun, was sie möchten und ihr Ziel erreichen.


Und wann genau funktioniert das für sie?
Das funktioniert genau dann, wenn WIR angeblich erwachsenen Menschen wieder einmal nicht wissen, wie wir entscheiden sollen. Stimmt's ? 


Ehrlich, die Kinder riechen es doch förmlich, wenn wir unseren inneren Kampf zwischen Bauch und Kopf kämpfen. Dieser Kampf dauert meist nur einige Sekunden und ist richtig heftig für uns, doch wir nehmen ihn nicht wahr. Es geht nur ab in uns. Der Mund spricht, was er selbst vor vielen Jahren von den Ohren, über das Hirn vermittelt bekommen hat, ganz automatisch aus. Der Bauch mischt sich dann meist auch noch ein und möchte das ganze intuitiv lösen. Was für Kinder dann auch authentischer und klarer rüberkommen würde. Doch... schwups.... da ist er wieder, der Kopf mit seinen alten Geschichten und Erfahrungen und lässt den Mund fest quasseln - manchmal mit dem Gedanken: "Ich hör mich an wie meine Mutter. Sch...., das wollte ich immer vermeiden."


Woran liegt es? Was vermitteln wir "Erwachsenen" den Kindern, mit ihrer klaren Einstellung, nicht?

 

KLARHEIT

 

Wären wir klarer, könnten wir leichter Entscheidungen treffen. 
Wären wir klarer, könnten sich die Kindern genau nach etwas richten.
Wären wir klarer, wäre es leichter.

 

Kinder (und auch unserer Haustiere) zeigen uns völlig unverblümt, wo und wie oft wir im Leben nicht klar entscheiden können.
Und sie nützen diese Unklarheit für sich, so wie auch viele Erwachsene es tun.

Wie böse die nur alle sind! Sowas von gemein. Nützen die doch glatt unsere Unklarheit und unser Nicht-Entscheiden-Können aus.

Mal darüber nachdenken? Vielleicht, ganz kurz mal entscheiden darüber nachzudenken, an wem es schlußendlich wirklich wirklich liegt?

 

Dazu möchte ich gerne aus dem Buch von Oprah Winfrey "Was ich vom Leben gelernt habe" zitieren:

*Eines meiner Lieblingszitate von Bergsteiger W.H.Murray: 
Bevor man sich nicht festlegt, bleibt ein Zögern, die Möglichkeit, einen Rückzieher zu machen. Es ist immer ineffizient. Bei allen Taten, die Entschlusskraft (oder Kreativität) erfordern, gilt eine elementare Wahrheit, an deren Unkenntnis schon zahllose Ideen und großartige Pläne gescheitert sind: in dem Augenblick, in dem man sich festlegt, setzt sich auch das Schicksal in Gang. Es passieren dann alle möglichen Dinge, die sonst nie passiert wären. Ein ganzer Strom von Ereignissen entsteht aus der Entscheidung und bringt unvorhersehbare günstige Umstände, unwahrscheinliche Zufälle und materielle Unterstützung hervor, die man sich nie hätte träumen lassen.*

 

Nehmen wir uns die Kinder zum Vorbild. Erlauben wir ihnen, uns unsere Unklarheit aufzuzeigen um klarer werden zu dürfen und vertrauen wir uns und dem Leben.

Mit Klarheit entscheiden und dem Mut, für sich zu handeln WOLLEN !

Habt es fein !!!

Petra 

 

 

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